
Letzte Woche musste ich mit meinen alten kleinen Helden mal wieder zum Tierarzt. Er hatte sich in einem seiner Vorderpfoten ewas eingetreten. Also rief ich meine Tierärztin an und wir vereinbarten einen Termin. Leider mag mein kleiner Hund seine Tierärztin nicht mehr, seid sie ihn kastriert hat. Na ja - muss man eigentlich verstehen.
Wir kamen beim Haus an und beim Aussteigen aus dem Auto ging es gleich los. Eine Heulerei, dabei war Dr. S noch gar nicht in Sicht, es muss die Erde vor dem Haus einen komischen Geruch verströmen. Ich hob mein Hundsi hoch und trug ihn rein, bevor er noch auf andere Gedanken kam. Als wir das Wartezimmer betraten - war Gott sei Dank - kein anderer Patient mit Frauchen oder Herrchen anwesend. Denn ich wusste ja aus Erfahrung was jetzt kommen würde.
Ein Winseln, ein Gejaule, ein Sträuben, als würde man ihn aufs Schafott bringen. Nach 5 Minuten kamen wir hinein, als er Dr. S erblickte, wurde es noch ärger. 2m Abstand zwischen ihm und der Ärztin - und er jammerte als ob man ihn schwer misshandeln würde.
Dr. S und ich waren etwas ratlos, also entschieden wir uns die Behandlung vorzunehmen, während ich ihn hielt. Gesagt, getan, allerdings war die Behandlung nur mit einem Beiskorb möglich. Der kleine Wauzi hats wirklich in sich. Die Behandlung ging sehr rasch von statten, und zum Glück hatte Dr. S keine weiteren Termine mehr. Denn wir waren beide fertig, weniger von der Behandlung - wie von dem lautstarken Protest eines kleinen Hundes mit gerade mal 5 kg.
Man muss dazu sagen, dass die Kastration jetzt schon 9 Jahre zurückliegt und er das noch immer weiß, ob in diesem kleinen Hund das Hirn eines Elefanten steckt.
Dr. S beschloss dann, uns nur mehr zu behandeln, wenn sie keine anderen Patienten mehr erwarten würde, denn wir würden uns ja schadhaft auf ihre Praxis auswirken, wenn das Tier sich aufführt, als ob wir ihn abstechen wollten. Dabei jault er schon, nur bei ihren bzw. dem Anblick des Praxishauses.
Zu Hause angekommen hat sich mein kleiner Held dann gleich in sein Körbchen begeben, immer wenn irgendwer von der Familie vorbeiging, begann er zu jaulen, damit wir ja merken, wie groß sein Schmerz ist. Brav wie immer haben wir Mitleid bekundet.
In der Nacht war er dann wieder ganz der Alte, wir ließen die Schlafzimmertür offen, damit wir ja hören, ob es ihm gut geht. Das hat er natürlich schamlos ausgenützt und sofort versucht, nachdem wir eingeschlafen sind, das Bett gegen sein Körbchen zu tauschen.
So ein Schlawiner!
